Leistungsspektrum

EmpfängnisverhütungIndividuelle Beratung und Untersuchung zur Empfängnisverhütung

SchwangerenbetreuungSchwangerenbetreuung (nach Mutterschaftsrichtlinien)

KardiotokografieErweiterte Schwangerschaftsvorsorge (Kardiotokografie)

HebammenleistungenHebammenleistungen

PsychotherapiePsychotherapie

PsychoonkologiePsychoonkologie (Lehre von der psychischen Betreuung von Krebskranken)

IGeL-LeistungenWahl- oder IGeL-Leistungen in unserer Praxis

Die IGeL-Leistungen in der gynäkologischen Praxis im Einzelnen:

Impfberatung & Impfungen (z. B. HPV- & Grippeimpfung)

Allgemeine Wahl- bzw. Zusatzleistungen:

Bescheinigungen

Wenn Sie eine Bescheinigung brauchen, sprechen Sie uns bitte an. Ihre Kasse zahlt allerdings nur von ihr direkt geforderte Bescheinigungen. Alle sonstigen von Ihnen gewünschten Bescheinigungen müssen Sie selbst bezahlen (z. B. Reiserücktrittsversicherung, Bescheinigung für das Sportstudio, Schulattest bei Fehlen wegen Krankheit). Eine Ausnahme bildet allerdings die Bescheinigung über den Geburtstermin, die der Arbeitgeber übernimmt.

Portokosten

Gerne senden wir Ihnen postalisch Überweisungen und Rezepte zu, die anfallenden Kosten bitten wir Sie dann bei der nächsten Konsultation in der Praxis zu begleichen.

Zusätzliche Laborleistungen

Bestimmte Laborleistungen (Toxoplasmose-Test, Abstrich auf ß-Streptokokken etc.) und die dazugehörige Beratung können nicht über die Kasse abgerechnet werden, sind aber dennoch aus unserer Sicht empfehlenswert. Das gilt auch für erforderliche Spritzen und Abstriche (z. B. Dreimonatsspritze).

Recall-System

Gerne erinnern wir Sie an die jährliche Vorsorge oder an einen Kontrolltermin. Es ist ja nicht immer leicht, sich Termine über einen so langen Zeitraum zu merken. Dieser Service ist für Sie selbstverständlich kostenlos – bitte sprechen Sie uns an.

Krebsfrüherkennung & Nachsorge

Krebsvorge

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Ziel der Krebsfrüherkennung ist das rechtzeitige und damit behandelbare Erkennen einer bösartigen Erkrankung. Im Fall der Frauenheilkunde ist dies die Untersuchung der Brustdrüse mit Axelhöhle, der Gebärmutter und der Eierstöcke sowie der Scheide und des Rektums. Die regelmäßige Vorsorge verhindert leider nicht die Erkrankung selbst, wie es beispielsweise die HPV-Impfung leisten kann, aber es führt in den meisten Fällen zum Erkennen und damit zur Möglichkeit der rechtzeitigen Behandlung und Heilung.

Die Untersuchungen im Einzelnen:

Ab dem 20. Lebensjahr:

Aufklärung über die Früherkennungsmöglichkeiten, Zellabstrich vom Muttermund, bimanuelle Abtastung der Gebärmutter und Eierstöcke, Beurteilung der Haut durch einen Hautarzt einmal im Jahr.

Ab dem 30. Lebensjahr:

Abtasten der Brust und Axelhöhle und genaue Anleitung zur Selbstuntersuchung.

Ab dem 50. bis 70. Lebensjahr:

Mammografie-Screening im Sinne einer Röntgen-Reihenuntersuchung der Brust in speziellen Zentren alle zwei Jahre. Stuhltest auf okkultes Blut als Hinweis auf eine Darmerkrankung.

Ab dem 55. Lebensjahr:

Darmspiegelung in speziellen internistischen Praxen. Wenn es hier keine Auffälligkeiten gibt, sind für zehn Jahre keine Stuhlproben mehr nötig, dann aber eine Kontroll-Darmspiegelung.

Nachsorge nach einer Brustkrebserkrankung – eine besondere Herausforderung:

Die ersten schwierigen, aber großen Schritte wie OP, Bestrahlung und Chemotherapie sind nun abgeschlossen, eventuell bekommen Sie noch eine Hormonbehandlung – und nun beginnt die Nachsorge. Was heißt das genau für Sie?
Die Nachsorge bedeutet eine in bestimmten Zeitabständen stattfindende fachärztliche Untersuchung, die dazu dient, Ihre Gesundheit zu erhalten und eine Verschlechterung möglichst rechtzeitig zu erkennen. Dazu gehört neben der körperlichen Untersuchung und möglichen Zusatzuntersuchungen wie Ultraschall, Mammografie und Blutuntersuchungen immer ein ausführliches Gespräch. Wichtig für Sie ist es, dass Sie keinen Rückfall erleiden und nicht an dieser Erkrankung sterben, sondern in den meisten Fällen als „geheilt” im medizinischen Sinne gelten. Für diese Erkrankung ist kein starres Nachsorge-Schema vorgeschrieben, es gibt lediglich eine Empfehlung, die in der nachfolgenden Tabelle zu sehen ist. Sollte sich diese Empfehlung für Sie nicht richtig anfühlen, besprechen Sie es mit mir und wir finden eine für Sie individuell sinnvollere Lösung.
Die in der folgenden Tabelle aufgeführten Empfehlungen gelten für beschwerdefreie Frauen.
WAS wird gemacht? 1.–3. Jahr 4.–5. Jahr ab 6. Jahr
ärztliches Gespräch und körperliche Untersuchung (Brust und Oberkörper) alle 3 Monate alle 6 Monate alle 12 Monate
zusätzliche Untersuchung von Gebärmutter + Eierstöcken (inkl. Ultraschall) unter Therapie alle 6 Monate, sonst einmal im Jahr unter Therapie alle 6 Monate, sonst einmal im Jahr alle 12 Monate
Mammografie (evtl. mit Ultraschall) der erkrankten Brust alle 6 Monate alle 12 Monate alle 12 Monate
Mammografie der gesunden Brust alle 12 Monate alle 12 Monate alle 12 Monate alle 12 Monate
Blutuntersuchungen: (Blutbild, Leberwerte, Tumormarker, Blutsenkung) nicht routinemäßig nicht routinemäßig nicht routinemäßig
zusätzliche Untersuchungen (Röntgen der Lunge/der Wirbelsäule, Skelettszintigrafie, Ultraschall der Leber) nur bei Beschwerden zur weiteren Abklärung nur bei Beschwerden zur Abklärung nur bei Beschwerden zur Abklärung
Sollten Sie aber Beschwerden haben und unsicher sein, ob die Symptome mit der Erkrankung im Zusammenhang stehen, vereinbaren Sie außerhalb des Nachsorge-Schemas einen Termin – wir kümmern uns um Sie!
Das individuelle Gespräch ist durch keine apparative Untersuchung ersetzbar. Wenn Sie besonders in der ersten Zeit nach Abschluss der Behandlung einen hohen Informationsbedarf haben, sollten Sie Ihre Fragen notieren und Doppeltermine vereinbaren, damit genügend Zeit eingeplant werden kann.
 Es braucht Zeit, um wieder ins „normale Leben” und den Alltag zurückzukehren! Eventuell sollte auch eine psychotherapeutische Behandlung in Betracht gezogen werden, wenn die Erkrankung Sie in eine tiefe Krise gestürzt hat.
Als psychoonkologisch tätiger Frauenarzt begleite ich Sie verlässlich in der für Sie schwierigen Zeit und stelle Ihnen dabei mein fachärztliches und psychotherapeutisches Wissen zur Verfügung.

(Natürlich gelten diese Inhalte auch für andere Krebserkrankungen – hier wurde die Brustkrebserkrankung aufgrund ihrer Häufigkeit als Beispielerkrankung hervorgehoben.)

Ultraschall der inneren weiblichen Organe und der Brustdrüse mit Achselhöhle

ultraschall
Der Ultraschall von Gebärmutter, Eierstöcken und der Harnblase oder auch der Brustdrüse mit Achselhöhle ist ein bildgebendes Verfahren, dass für Sie körperlich völlig ungefährlich ist, dem Arzt aber die Möglichkeit gibt, gerade in schwierigen Untersuchungssituationen bei z. B. Übergewicht oder sehr schmerzempfindlichen Patientinnen weitere wichtige Informationen zur Diagnosestellung und damit zur richtigen weiterführenden Behandlung zu erhalten. Es erhöht damit die Sicherheit der frauenärztlichen Diagnostik deutlich. Außerdem kann mit dem Ultraschall die Lage der Spirale in der Gebärmutter kontrolliert werden.

Es gehört jedoch nicht zur Routine der Krebsfrüherkennung, die durch die gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Auf Wunsch biete ich Ultraschall als zusätzliche Wahlleistung an, die Sie selbst bezahlen.

Ich nehme ernst, dass das persönliche Sicherheitsbedürfnis unterschiedlich ist – und natürlich kann niemand wissen, ob nicht gerade Sie eine der wenigen sind, bei denen durch Ultraschall eine Erkrankung frühzeitig festzustellen ist.

Krebsvorsorge

Individuelle Beratung und Untersuchung zur Empfängnisverhütung

Bei der Wahl der richtigen Verhütungsmethode sind viele wichtige Fragen zu klären:

  • Wie sicher ist die Methode für mich in meiner jetzigen Lebenssituation?
  • Gibt es relevante Nebenwirkungen?
  • Wer ist zuständig, Frau oder Mann – oder beide?
  • Hat die Verhütungsmethode einen (störenden) Einfluss auf mein Wohlbefinden, auf die Sexualität?
  • Wie schnell kann ich danach schwanger werden?
  • Wie viel kostet diese Verhütungsmethode?

Und sicher gibt es noch viele andere Fragen, die zu beachten und zu besprechen sind.

Auch heute ist Verhütung noch überwiegend „Frauensache”.

Einen sehr guten Überblick gibt die Broschüre „Sichergehn” der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Auf der Internetseite der BZgA (http://www.bzga.de) finden Sie vielfältige Informationen zu diesem Thema. Welche Methode für Sie in welcher Lebensphase sinnvoll ist, muss immer wieder neu entschieden werden. Ich biete Ihnen dazu eine ausführliche Beratung und mein aktuelles medizinisches Wissen an. Das umfasst nicht nur Informationen zur Pille, sondern auch die Beratung zu Alternativen zur Hormonpille, wie z. B. das Einlegen einer Spirale, das Anpassen eines Diaphragmas, die Anleitung zur natürlichen Familienplanung etc.

Die Pille danach:

Natürlich kann für jeden eine solche Situation eintreffen, und dann kommt die Sorge. Für diesen Notfall gibt es die „Pille danach”. Sie schützt sehr zuverlässig vor einer ungewollten Schwangerschaft, je früher sie eingenommen wird, desto besser ist die Wirksamkeit. Nach heutigem Wissensstand verhindert sie den Eisprung, d. h. eine schon entstandene Schwangerschaft wird nicht beeinflusst, es handelt sich hierbei nicht um die sogenannte Abtreibungspille. Sie besteht aus einem reinen, hoch dosierten Gelbkörperhormon, hat wenig Nebenwirkungen und kann von jeder Frau eingenommen werden. Es gibt nahezu keine Kontraindikationen, d. h. keine medizinischen Gründe, die eine Einnahme verbieten.

Bitte rufen Sie an, wenn Sie meinen, die Pille danach zu benötigen. Sie bekommen dann sehr schnell in meiner Praxis nach einer kurzen Beratung ein Rezept. Eine Untersuchung ist nicht erforderlich. Bitte essen Sie etwas vor der Einnahme, da dieses Medikament auf leeren Magen zu Übelkeit und Erbrechen führen kann.

Seit einiger Zeit gibt es eine neue Pille danach auf dem Markt, die noch länger nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt: Sie heißt „ElaOne”. Sie ist etwas teurer, sodass in der Standardsituation, d. h. innerhalb von 48 Stunden „danach” die altgewohnte Medikation angewandt werden kann. Wie andere Verhütungsmittel wird auch die Pille danach bis zum 20. Lebensjahr von der Krankenkasse übernommen.

Mädchensprechstunde zum Thema Verhütung:

Insbesondere für Mädchen und junge Frauen ist eine sichere und nebenwirkungsarme Verhütung wichtig. In unserer Praxis kannst du dich über die unterschiedlichen Methoden beraten lassen, um eine für dich zugeschnittene Verhütung und einen adäquaten Schutz vor ansteckenden Erkrankungen zu finden. Dein Freund kann gerne auch dabei sein.

Alles, was besprochen wird, bleibt in der Praxis, niemand anderes erfährt davon, denn es gilt die ärztliche Schweigepflicht.

Häufig wird die hormonelle Verhütung durch die sogenannte Pille gewählt, die auch schon junge Mädchen einnehmen können. Die Nebenwirkungen können unterschiedlich sein, manchmal positiv, wie ein besseres Hautbild, und manchmal negativ, wie eine leichte Gewichtszunahme, aber das alles muss nicht sein. Falls du einmal unvorsichtig gewesen sein solltest, hilft dir die „Pille danach” (s.o.) , die du so schnell wie möglich einnehmen solltest.

Bei der Frage der Verhütung tauchen oft Fragen zur Sexualität auf. Gute Informationen findest Du unter http://www.sextra.de, der speziell für Jugendliche geschriebenen Website der ProFamilia. Wenn Du Deinen Partner noch wenig kennst, solltest Du darauf bestehen, dass er ein Kondom verwendet zum Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen (AIDS, Hepatitis B, Chlamydien). Siehe auch hier: http://www.gib-aids-keine-chance.de Eine gynäkologische Untersuchung ist anfangs nicht erforderlich, wenn Du keine Beschwerden hast. Das kann nachgeholt werden, wenn Du dazu bereit bist.

Diagnostik bei hormonellen Störungen Sterilitätsdiagnostik – unterstützende Beratung bei unerfülltem Kinderwunsch

Von „Sterilität” spricht man in der Frauenheilkunde erst, wenn sich bei einem Paar nach mindestens einem Jahr ohne Verhütung keine Schwangerschaft einstellt. Die Ursachen liegen gleich häufig beim Mann wie bei der Frau – und es kommt auch oft vor, dass keine wirklich eindeutige Ursache gefunden wird. Bevor eine ausführliche Diagnostik beginnt, halte ich ein gemeinsames Gespräch mit Ihnen und möglichst auch Ihrem Partner für sehr wichtig: Wie sieht Ihr Leben und Ihre Sexualität aus? Wer leidet besonders unter dem unerfüllten Kinderwunsch? Was macht Druck? Es kann schwer aushaltbar sein, zu erfahren, keine Kinder zeugen oder empfangen/austragen zu können.

Neben körperlichen Ursachen gibt es auch seelische „Blockaden”. Gelegentlich kann schon die Entlastung, endlich etwas unternommen zu haben, ein „Wunder” bewirken – auch noch nach Jahren stellt sich dann unverhofft die ersehnte Schwangerschaft ein. Die Grunduntersuchungen (Labor, Ultraschall) und eine eventuell erforderliche hormonelle Unterstützung der Eierstöcke kann in der Praxis durchgeführt werden. Für eine intensivere Behandlung (sogenannte Reagenzglasbefruchtung: IVF, ICSI) müssen Sie an eine Spezialpraxis für Kinderwunsch überwiesen werden.
Hier stehe ich Ihnen dann natürlich beratend zur Seite und kann Ihnen auch einen entsprechenden Kontakt herstellen.

Sehr gute Informationen zum Thema „unerfüllter Kinderwunsch” finden Sie auf der Homepage der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) unter http://www.familienplanung.de

Beratung und Therapie bei Wechseljahresbeschwerden

Die Zeit um die Wechseljahre (Menopause) ist für viele Frauen eine Zeit der Veränderung, ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Häufig ist er angstbesetzt, denn die Frau weiß nicht, was da auf sie zukommt und ihre reproduktive Lebensphase ist beendet. Natürlich kann diese Zeit auch anstrengend sein. Aber es ist immer eine Frage der Perspektive und nicht alle Aspekte sind negativ. So haben sie nun z. B. keine lästigen Blutungen mehr und möglicherweise sind Stimmungsschwankungen auch nicht mehr so ausgeprägt – wie gesagt, eine Sache des Blickwinkels.

Seien Sie informiert, sprechen Sie mit anderen Frauen, die diese Phase hinter sich haben oder sich in der gleichen Situation befinden. Häufig hilft das. Die Wechseljahre sind ein spannender und gelegentlich anstrengender Prozess des Wandels, aber nicht das Ende vom Lied. Was passiert in Ihrem Körper?

Die Eierstöcke produzieren immer weniger Hormone, bis sie eine neue Ruhephase im Alter erreichen. Diese Zeit erstreckt sich über Jahre. Obwohl alle Frauen die Hormonumstellung durchmachen, erlebt jede Frau sie anders. So ungefähr ein Drittel der Frauen bemerkt kaum etwas vom Wechsel, ein Drittel leidet massiv unter den typischen Symptomen (Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit und damit verbundene verminderte Leistungsfähigkeit und Erschöpfung) und die anderen haben nur geringe Beschwerden, die sie nur wenig in ihrem Alltagsleben einschränken.

Ob Sie Beschwerden bekommen und wie lange sie anhalten, ist nicht vorhersagbar. Faktoren sind neben Ihrer Genetik/Veranlagung die Lebensweise, Ernährung und Sport und natürlich auch, wie ausgefüllt und zufrieden Sie mit Ihrer Familie, Ihrem Beruf und Ihrem sozialem Umfeld sind. Besonders zu beachten ist in diesem Lebensabschnitt eine ausgewogene Ernährung, denn der Stoffwechsel ändert sich und sie nehmen schneller zu.

Sie sollten ausreichend Sport treiben, damit der Knochenstoffwechsel angeregt wird. Dadurch beugen Sie effektiv der Osteoporose vor, einer häufigen Frauenerkrankung im Alter. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr durch eine „trockene Scheide” können einfach durch eine Hormoncreme und die Benutzung von Gleitcreme behoben werden. Sprechen Sie mich auf Ihre Beschwerden an. Jede Frau geht ihren eigenen Weg durch diese Zeit und ich begleite Sie dabei.

Hormone in den Wechseljahren

Das Wissen um die Hormone hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. In den 1960er-Jahren wurden die weiblichen Hormone entdeckt und traten einen weltweiten Siegeszug an. Sie zauberten die Wechseljahresbeschwerden weg und versprachen die ewige Jugend, d. h. ein Aufhalten des Alterns, dazu Schutz vor Herzinfarkt und Osteoporose.

Die Ernüchterung begann in den 1990er-Jahren, als erste Studien zeigten, dass eine jahrelange Hormoneinnahme das Risiko für Brustkrebs erhöht. Klarheit sollte eine große amerikanische Studie bringen (WHI=Women Health Initiative), begonnen 1994. Sie musste im Sommer 2002 vorzeitig abgebrochen werden, weil sich herausstellte: Die beteiligten Frauen waren gesundheitlich gefährdet, die beobachteten Nachteile der Hormonbehandlung könnten die Vorteile überwiegen.

Zwar beseitigen Hormone sehr sicher die Beschwerden der Wechseljahre und sie senken das Risiko für Osteoporose; aber sie erhöhen in einem geringen Maße das Risiko für Brustkrebs, Thrombose, Herzinfarkt und Schlaganfall und schützen nicht vor Demenz. Diese Resultate wurden inzwischen auch durch andere Studien bestätigt. Daher empfiehlt die wissenschaftliche Gesellschaft der Frauenärzte (DGGG=Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Gesellschaft): Hormone sollten nur noch zur Behandlung von Frauen verschrieben werden, die deutliche Beschwerden in den Wechseljahren haben, nicht mehr jedoch zur Prävention, nicht mehr als Ersatz für den natürlichen Hormonabfall.

Was heißt das jetzt für Sie:

Hormone behalten ihren Stellenwert als gutes Medikament zur Behandlung von starken Wechseljahresbeschwerden. Bei der Entscheidung, ob für Sie die Vorteile größer sind als die eventuellen Nachteile, besprechen wir in aller Ruhe. Für die Dosierung und Dauer der Einnahme ist entscheidend, wie es Ihnen geht – ein „Hormonspiegel” ist dafür nicht erforderlich.

Zur Prävention der Osteoporose gibt es Alternativen: Regelmäßiger Sport und eine ausgewogene Ernährung (eventuell ergänzt durch Calcium- und Vitamin-D-Präparate) schützen Ihre Knochen ohne Nebenwirkungen. Außerdem ist Sport eine wichtige Prävention gegen Brustkrebs, so in der aktuellen Studie „Marie-plus“ nachgewiesen. Wenn berechtigte Sorge vor Osteoporose besteht – z. B. wegen der Einnahme von Cortison oder bei familiärer Belastung – kann eine Untersuchung und Beratung in einer Spezial-Sprechstunde sinnvoll sein.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Da die Hormongabe in den Wechseljahren immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik geraten ist, wächst die Frage nach Behandlungsalternativen. Schon sehr lange bekannt ist, dass bestimmte Nahrungsmittel, Kräutermischungen und Tees helfen können. Sie enthalten Phytoöstrogene, d. h. pflanzliche Stoffe, die eine schwache östrogenähnliche Wirkung haben. Für die Traubensilberkerze, enthalten z. B. in den Präparaten Remifemin und Femikliman, ist die helfende Wirkung gerade bei Hitzewallungen und Schlafproblemen auch durch Studien belegt. Aber da viele Frauen auch ganz ohne Behandlung immer wieder Phasen haben, in denen die Beschwerden nachlassen, ist eine Abgrenzung zwischen Wirkstoff und Placebo (= Tablette ohne Wirkstoff) schwierig.

Für viele Wirkstoffe fehlt der Beweis der Unschädlichkeit, wenn sie konzentriert über Jahre eingenommen werden. Bei Konzentraten sollte man also auch zurückhaltend sein mit einer langjährigen Einnahme, vor allem nach einer Brustkrebserkrankung.
Besser ist es, bewusst auf die Ernährung zu achten, z. B. mit geschrotetem Leinsamen oder Sojaprodukten.

Weiterführende Informationen finden Sie unter:

  • „Hormone? Eine Entscheidungshilfe” (aktualisierte Neuauflage Sommer 2011) auf der Homepage http://www.akf-info.de. Sie können den Flyer auch bei der Geschäftsstelle des AKF bestellen.
  • Broschüre „Wechseljahre – was Frauen wissen sollten”, herausgegeben von der Verbraucherzentrale NRW, 2. Auflage 2004, zu bestellen unter: http://www.vz-nrw.de
  • Buch „Wechseljahre” von der Stiftung Warentest 2010 (Autorin: A. Bopp)
  • „Wechseljahre – Praktische Begleitung für diese Lebensphase”, herausgegeben vom FFGZ Berlin, http://www.ffgz.de
  • „Gut zu wissen – Die Wechseljahre”, kurzer ganzheitlicher Flyer der DGPFG
Empfängnisverhütung

Schwangerenbetreuung (nach Mutterschaftsrichtlinien)

„Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit”

Das stimmt natürlich, doch es ist eine für Sie sehr besondere Zeit und Herausforderung, gelegentlich auch eine Belastung. Gerade am Anfang wechseln sich oft Freude und Schrecken oder Sorgen ab: Das ist ganz normal. Wir haben ein für Sie zugeschnittenes Betreuungskonzept entwickelt, um Sie in dieser besonderen Zeit zu begleiten. Es gibt viele gute Informationen im Netz, empfehlen möchte ich: http://www.Familienplanung.de

Und für sehr junge werdende Mütter: http://www.schwanger-unter-20.de

Schwangerschaft

Erweiterte Schwangerschaftsvorsorge

Wahlleistungen in der Schwangerschaft:

Alle medizinisch notwendigen Untersuchungen und Behandlungen (auch die regelmäßigen Kontroll- bzw. Vorsorgeuntersuchungen) sind Kassenleistungen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für ärztliche Untersuchungen und Behandlungen aber nur, wenn sie notwendig, medizinisch sinnvoll und wirtschaftlich sind. Dieser Grundsatz galt schon immer, die Maßstäbe hinsichtlich der Art und Anzahl medizinischer Leistungen sind aber strenger geworden.

Das bedeutet nicht, dass die Qualität der medizinischen Versorgung darunter zwangsläufig leidet. Zusätzliche Untersuchungen bedeuten nicht notwendigerweise mehr Sicherheit, sie können auch für mehr Verunsicherung sorgen, weitere Kontrolluntersuchungen und gegebenenfalls auch unnötige Behandlungsmaßnahmen zur Folge haben. Andererseits können im Einzelfall zusätzliche Untersuchungen auch eine Beruhigung und Entlastung bedeuten, da jede Frau ihr „individuelles Sicherheitsbedürfnis” anders erlebt. Zudem gibt es Behandlungen, die (noch) nicht im Leistungskatalog der Krankenkassen enthalten sind. Nachfolgend werden Sie über die Wahlleistungen in unserer Praxis informiert.

Diese Leistungen werden leider nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen, das heißt, Sie müssen sie selbst bezahlen. Die Kosten richten sich nach der privatärztlichen Gebührenordnung (GOÄ). Hier nun eine Auflistung der möglichen Zusatzuntersuchungen mit Bewertung nach dem heutigen Stand des medizinischen Wissens. Bitte sprechen Sie mich an, wenn Sie eine dieser Untersuchungen wünschen oder Fragen dazu haben, damit ich Sie beraten kann, ob etwas davon für Sie sinnvoll ist.

Wahlleistungen in der Mutterschaftsvorsorge

Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen

In den Mutterschaftsrichtlinien sind drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen, mehr ist im Normalfall weder notwendig noch sinnvoll. Bei Verdacht auf eine Fehlentwicklung/Entwicklungsstörung übernimmt die Krankenkasse natürlich die zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen. Für viele werdende Eltern sind die US-Untersuchungen aufregend, schön und auch beruhigend. Gerne biete ich Ihnen zusätzliche Ultraschalluntersuchungen an.

Die Kosten: 35 Euro – für „Babyfernsehen” z. B. zur Geschlechtsbestimmung müssen Sie selbst übernehmen. Die Fotos bzw. Videoaufnahmen sind wunderschön, medizinisch aber nicht „notwendig” und damit keine Kassenleistung.

Erst-Trimester-Screening

Diese Untersuchung, eine Kombination aus Ultraschall und Laborwerten, liefert eine Risikoberechnung für das Downsyndrom und einige andere Chromosomenanomalien bzw. Fehlbildungen. Auf dieser Grundlage muss dann die Entscheidung für eine eventuelle Fruchtwasserpunktion getroffen werden, um damit eine exakte Aussage zu erhalten.

Vor jeder entsprechenden Untersuchung ist es wichtig, sich mögliche persönliche Konsequenzen zu überlegen: Denn in den meisten Fällen besteht keine Therapiemöglichkeit, aber es kann sich die Frage nach einem Abbruch der Schwangerschaft stellen. Eine gute Entscheidungshilfe für den Umgang mit den Angeboten der Pränataldiagnostik ist die Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung „Pränataldiagnostik – Informationen über Beratung und Hilfen bei Fragen zu vorgeburtlichen Untersuchungen”. Ob diese Tests für Sie sinnvoll sind, ist eine ganz persönliche Entscheidung. Sie sind keine Kassenleistung (Labor, US, Blutentnahme, Abschlussberatung) und diese Untersuchung wird in unserer Praxis auch nicht angeboten. Gerne stelle ich Ihnen aber einen Kontakt zu Kollegen her.

Toxoplasmose-Untersuchung

Der Antikörpertest auf Toxoplasmose ist eventuell sinnvoll, aber keine Kassenleistung: Wenn Sie Antikörper gegen Toxoplasmose haben (aufgrund einer früher durchgemachten Infektion), sind Sie geschützt. Es kann in der Schwangerschaft keine neue Infektion für das Kind gefährlich werden. Aber wenn Sie keine Antikörper und damit keinen Schutz gegen Toxoplasmose haben, sollten Sie sich besonders vorsichtig verhalten (d. h. kein rohes Fleisch essen, Gartenarbeit nur mit Handschuhen), und der Antikörper-Test sollte alle acht bis zehn Wochen kontrolliert werden. Wenn trotz aller Vorsicht neu aufgetretene Antikörper nachgewiesen werden, kann rechtzeitig medikamentös behandelt werden.

Abstrich auf ß-Streptokokken

Streptokokken sind Bakterien, die in der Scheide vorkommen und nur durch einen speziellen Abstrich festgestellt bzw. ausgeschlossen werden können. Sind ß-Streptokokken vorhanden, bekommt die werdende Mutter unter der Geburt ein Antibiotikum. Das geht über die Nabelschnur zum Kind und schützt es so vor einer eventuell gefährlichen Infektion im Geburtskanal. Etwa 30 bis 40 % aller Schwangeren haben ß-Streptokokken. Dieser Abstrich ist sinnvoll nach heutigem Wissenstand und wird aus unserer Sicht empfohlen; er sollte ca. vier bis fünf Wochen vor der Geburt durchgeführt werden.

(Diese Zusammenstellung basiert auf dem Flyer des AKF „Aus eigener Tasche – Wahlleistungen in der gynäkologischen Praxis”, zusammengestellt von den Frauenärztinnen im AKF, zu finden unter http://www.akf-info.de; der Inhalt wird regelmäßig aktualisiert im gynäkologischen QM-Netzwerk. (QM = Qualitätsmanagement) Wenn Sie mehr zu den Untersuchungen in der Schwangerschaft wissen wollen, empfehle ich den Ratgeber der Stiftung Warentest: „Untersuchungen zur Früherkennung für Schwangere”)

Weitere angebotene Laboruntersuchungen:

  • Zuckerbelastungstest (OGTT)
  • Abklärung von Zytomegalievirus
  • Windpocken
  • Ringelröteln
Schwangerschaft erweitert

Hebammenleistungen

  • Wochenbettbetreuung
  • Hilfe bei Schwanferschaftsbeschwerden
  • Vorsorgeuntersuchungen
  • Schwangerschaftsbegleitdende Akupunktur
  • Ohrakupunktur bei Unruhe u schlechtem Schlaf
  • Geburtsvorbereitung
  • Wochenbettbetreuung
  • Stillberatung
  • Hilfe beim Umgang mit einem unruhigen Baby
  • Beckenbodentraining nach B. Cantieni
  • NADA Ohrakupunktur zur Raucherentwöhnung
Schwangerschaft erweitert

Psychotherapie

Die in der Praxis angebotene tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie findet zur Zeit noch unter Supervision des BIPP statt, ebenfalls das eventuell angewandte Zweitverfahren KIP.

Psychotherapeutische Gespräche werden in folgenden Bereichen angeboten:

  • Gynäkologie
  • Schwangerschaft
  • Geburt
  • Partnerschaft
  • allgemeine Kriseninterventionen

Viele Frauenärztinnen und Frauenärzte haben sich auf dem Gebiet der Psychosomatik, Psychotherapie und Psychoonkologie weitergebildet, um ihren Patientinnen eine ganzheitliche Betreuung bieten zu können. Doch bei der derzeitigen Honorarsituation sind zeitaufwendige Gespräche kaum noch möglich.

In unserer Praxis bieten wir in Anlehnung an die GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) Gespräche als IGeL-Leistung (s.h. Was ist IGel?) an.

Link zu diesem Thema:

http://www.dr-claudia-schumann.de/typo3/fileadmin/user_upload/Frauenarzt-11_06_Psychosomatik-Praxis.pdf

Psychosomatik

Körper und Seele sind eine nicht zu trennende Einheit. Worüber wir nachdenken und wie wir uns fühlen, hat einen Einfluss auf unser körperliches Befinden. Unser Denken beeinflusst unsere Psyche und den Körper. Wenn es der Seele schlecht geht, dann geht es auch dem Körper schlecht und natürlich auch umgekehrt. Unter psychosomatischen Erkrankungen versteht man körperliche Erkrankungen und Beschwerden, die durch psychische Belastungen oder Faktoren hervorgerufen werden. Wer unter psychosomatischen Beschwerden leidet, der verspürt körperliche Symptome, die medizinisch oft nur schwer abzuklären sind.

Redensarten, die das Zusammenspiel von Psyche und Körper (Psychosomatik) zum Ausdruck bringen, sind beispielsweise:

  • Etwas schlägt uns auf den Magen.
  • Bei Liebeskummer hat man ein gebrochenes Herz.
  • Ein Problem bereitet uns Kopfzerbrechen.
  • Etwas geht uns an die Nieren.
  • Sich etwas zu Herzen nehmen.
  • Etwas liegt wie ein Stein im Magen.

Gefühle wie Ärger, Trauer oder Ängste belasten den Körper und können, wenn sie über längere Zeit andauern, zu psychosomatischen und seelischen Erkrankungen führen. Chronische Anspannung und Angst, chronischer Stress, Hilflosigkeits- und Einsamkeitsgefühle führen zu einer Schwächung unserer körpereigenen Abwehrkräfte und Selbstheilungskräfte. Negative Gefühle wie Angst und Ärger schwächen auf Dauer das Immunsystem und unsere Abwehrkräfte enorm. Das Risiko, an Infektionskrankheiten wie an einer Grippe zu erkranken, ist um ein Vielfaches höher, Wunden heilen schlechter und langsamer. Bei Trauernden sind Lungenentzündungen fünfmal häufiger als bei seelisch ausgeglichenen Menschen. Unterdrückte Gefühle, Ärger und Angst sind nur schwer zu verdauen. Bei Stress und Ärger verkrampft sich der Magen und es wird mehr Magensäure ausgeschüttet. Dies führt zu Sodbrennen und kann zu Magengeschwüren, Blähungen, Übelkeit und Krämpfen führen.

Seelische Krisen und chronisch belastende Gefühle können zu zahlreichen psychosomatischen Beschwerden werden. Wir können nicht verhindern, dass unser Körper mit solchen Veränderungen reagiert, aber wir können ihn darin unterstützen, wieder in ein Gleichgewicht zu kommen, indem wir unser seelisches Befinden verbessern. Dabei möchten wir Sie gerne unterstützen.

Gesprächsintervention bei traumatisierenden Geburtserlebnissen

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Aufarbeitung von traumatisierenden Geburtserlebnissen, auch in direkter Zusammenarbeit mit der Hebamme Frau Tatschke. Für viele gewordene Mütter und auch Paare gab es unter der Geburt oder auch schon in der Schwangerschaft Situationen, die große Ängste oder Hilflosigkeit verursacht haben. Diese Situationen werden häufig nie thematisiert und damit auch nicht durch Gespräche verarbeitet. Dies kann im Wochenbett, in folgenden Schwangerschaften, aber auch in vielen anderen Lebenssituationen zu Schwierigkeiten führen.

Psychotherapie

Psychoonkologie

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Praxis liegt im Bereich der seelischen Unterstützung bei bösartigen Erkrankungen der Frau (und auch des Mannes). In einer solchen Lebenssituation steht häufig die somatische, d. h. die körperliche Behandlung im Vordergrund. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass die gleichzeitige seelische Mitbehandlung sowohl für die Patientin als auch für die Angehörigen eine deutliche Erleichterung im Umgang mit den anstehenden Therapien und den Folgen der Erkrankung leisten kann. Nach dem „Schock” der Diagnosestellung ist es wichtig, Zeit zur Verarbeitung zu haben, um die Erkrankung und die damit meist verbundene Lebenskrise zu akzeptieren und zu verarbeiten. Ich biete Ihnen in unserer Praxis klärende und unterstützende Gespräche vor/während und nach der Behandlung der Krebserkrankung an, gerne auch mit einer Ihnen vertrauten Person. Sie und Ihre Angehörigen müssen nun lernen, mit der Erkrankung zu leben und zu entdecken, wo Ihre Ressourcen liegen. Entscheidend ist, dass Sie aktiv etwas für sich tun! Dabei kann ich Ihnen helfen.

Falls Sie zu der Psychoonkologie noch weiterführende Fragen haben, wenden Sie sich gern an das Praxisteam, oder lesen Sie unter den nachfolgenden Links mehr zu diesem Thema. http://de.wikipedia.org/wiki/Psychoonkologie

Weitere Informationen unter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Tiefenpsychologisch_fundierte_Psychotherapie

http://de.wikipedia.org/wiki/Katathym-Imaginative_Psychotherapie

http://www.bipp-berlin.de

pschoonkologie

Wahl- oder IGeL-Leistungen in unserer Praxis

Seit einigen Jahren werden in Praxen "IGeL" angeboten, eine Abkürzung für Individuelle Gesundheitsleistungen. Sie müssen von den Patientinnen selbst bezahlt werden und versprechen mehr Sicherheit für Ihre Gesundheit.

Warum IGeL?

Die Abgrenzung zu Leistungen, welche die gesetzliche Krankenkasse übernimmt, ist nicht immer einfach: Ärzte dürfen zu Lasten der Kasse nur das machen, was „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich” ist. Im SGBV (Sozialgesetzbuch V, §12) ist festgelegt: „Leistungen dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.” IGel werden definiert als „medizinisch sinnvoll, aber nicht notwendig” – ein feiner kleiner Unterschied.
Was bei uns als „medizinisch notwendig” gilt, wird durch ein Gremium festgelegt, zusammengesetzt aus Vertretern der Ärzteschaft und der Krankenkassen. Beispiel Schwangerschaft: Eine Blutuntersuchung auf Toxoplasmose ist bei uns keine Leistung der Mutterschaftsvorsorge – im Nachbarland Österreich aber durchaus. Entsprechend ist es bei uns eine IGeL – in Österreich eine Kassenleistung. Das heißt, was medizinisch notwendig ist, ist oft nicht eindeutig, sondern kann kontrovers diskutiert und definiert werden. Ähnliches gilt für die Bewertung, ob etwas „medizinisch sinnvoll” ist.

Grundlagen und Probleme der Bewertung:

Eine Chance der objektiven Bewertung bietet die EbM, die Evidence based Medicine. Damit ist eine Medizin gemeint, die auf (aus Studien gewonnenen und nachprüfbaren) Beweisen basiert. Die EbM hat genaue Kriterien erarbeitet, wann eine Studie verlässliche Ergebnisse erwarten lässt. So lässt sich beurteilen, ob z. B. eine Früherkennungsuntersuchung – wie die Mammografie – tatsächlich einen Vorteil bietet, also konkret die Sterblichkeit an einer Erkrankung senkt.

Allerdings muss dann immer das allgemeine Wissen auf die individuelle Situation angewandt werden, d. h. die Einzelne muss abschätzen können, ob sie von einer Untersuchung meint profitieren zu können. Angewendet auf die Mammografie: Auch wenn die Senkung der Sterblichkeit mit Blick auf die Gesamtheit der Untersuchten vielleicht wirklich nur minimal ist – keiner kann der Frau sagen, ob sie die eine ist, die davon profitiert. Dazu kommt, dass zusätzliche Untersuchungen nicht nur mehr Sicherheit bieten können – sie können auch verunsichern, wenn z. B. Veränderungen entdeckt werden, die weitere Kontrollen nach sich ziehen, obwohl sie sich letztlich als harmlos herausstellen. Ein Großteil der IGeL sind Untersuchungen zur Früherkennung, das heißt sogenannte Screening-Untersuchungen. Sie werden bei beschwerdefreien Menschen durchgeführt. Ziel ist es, eine Krankheit so früh zu erkennen, dass durch eine frühzeitige Behandlung die Erkrankung gelindert oder sogar verhindert werden kann. Für den Einsatz von Screening-Untersuchungen gelten besonders strenge Kriterien: Ihr Nutzen muss eindeutig erwiesen sein, nur dann sollten sie eingesetzt werden.

Folgende Fragen müssen unter anderem an ein Screening-Programm gestellt werden:

  • Gibt es eine effektive Intervention im Falle der Früherkennung?
  • Führt diese Intervention zu einem besseren Versorgungsergebnis?

Das alles hört sich nicht nur kompliziert an – es ist auch kompliziert. In diesem Sinn ist die folgende Bewertung der Zusatzleistungen in der Gynäkologie als Versuch zu sehen, den aktuellen Wissenstand so darzustellen, dass Frauen sich entscheiden können, ob sie sich ein Angebot „leisten” wollen. Die Kosten werden auf der Grundlage der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) errechnet und dann mit einem (je nach Praxis/Labor unterschiedlichen) Steigerungsfaktor multipliziert. Die aktuell üblichen Summen werden bei jeder Untersuchung angegeben.

IGeL-Leistungen

Krebsvorsorge „plus” durch Ultraschall

Die Krebsfrüherkennungsuntersuchung beinhaltet für alle Frauen ab 20 Jahren das bimanuelle Abtasten der Gebärmutter und der Eierstöcke und den Zellabstrich vom Muttermund. Ab 30 gehört das Abtasten der Brust dazu, ab 45 die Enddarmaustastung, ab 50 der Stuhltest und ab 55 das Angebot der Darmspiegelung.

Als IGeL wird der „Ultraschall des Unterleibs” (das heißt von Gebärmutter und Eierstöcken) angeboten, „um nicht nur zu fühlen, sondern auch zu sehen”. Allerdings ist bisher durch keine Studie der Beweis erbracht, dass dadurch die Sterblichkeit an Gebärmutter- oder Eierstockskrebs gesenkt werden konnte. Im Einzelfall kann eine Frau davon profitieren. Bei Beschwerden oder einem auffälligen Tastbefund zahlt die Kasse die Untersuchung.

Ultraschallkontrolle der Spirale: Leistungen zur Verhütung werden von der Kasse nicht übernommen – weder die Pille noch das Einlegen der Spirale, nur die entsprechende Beratung und die regelmäßige Tastuntersuchung. Ob eine Spirale tatsächlich „richtig” in der Gebärmutter liegt, lässt sich nur durch Ultraschall herausfinden. Die erste Kontrolle nach dem Einlegen ist im Preis der Spirale enthalten, alle weiteren nicht.

Krebsvorsorge durch Ultraschall

Brust-Ultraschall

Ob sich der Ultraschall der Brust zur Früherkennung von Brustkrebs eignet, ist nicht ausreichend durch Studien belegt. Einzelne Studien weisen aber darauf hin, dass gute Untersucher mit sehr guten Geräten Brustkrebs frühzeitig erkennen können, gerade bei jungen Frauen mit dichtem Brustgewebe. Präventiv eingesetzt, ist das eine selbst zu bezahlende Wahlleistung. Wenn Ultraschall eingesetzt wird bei einem auffälligen Tastbefund – z. B. Verdacht auf Zyste – ist das eine Kassenleistung.

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HPV-Abstrich

Der normale Zellabstrich („Pap-Abstrich”) wird gefärbt und auf Auffälligkeiten untersucht. Allerdings ist er fehleranfällig, Krebszellen können unentdeckt bleiben. Der HPV-Abstrich wird als Zusatz angeboten, da bekannt ist, dass der Gebärmutterhalskrebs durch eine Virusinfektion durch Humane Papilloma-Viren vor allem der Gruppe 16 und 18 verursacht wird.

Die Experten streiten sich derzeit noch, ob das sinnvoll ist. Die Argumente: Bei Frauen zwischen 20 und 30 findet sich das Virus sehr häufig (in 30–50 %!), die Infektion heilt meist folgenlos aus. Und auch später entwickelt sich nur im Ausnahmefall (2–3 %) aus der Infektion tatsächlich eine Krebserkrankung. So würden durch den Abstrich Frauen in Angst versetzt – ohne dass man etwas machen kann als abzuwarten. Denn gegen das Virus gibt es keine Behandlung.

Andererseits ist nahezu sicher, dass eine Frau ohne HPV-Infektion kein Risiko hat für einen Gebärmutterhalskrebs – diese Frauen könnten sicherer sein als nur mit dem Pap-Abstrich. Ob tatsächlich durch eine Kombination von Pap- und HPV-Abstrich die Sterblichkeit des Gebärmutterhalskrebses gesenkt werden kann, ist noch nicht in Studien bewiesen, aber denkbar. Derzeit wird der HPV-Abstrich von den Kassen nur übernommen bei einem auffälligen Pap-Abstrich, um abzuschätzen, ob ein erhöhtes Risiko für eine Krebsentstehung besteht. Es gibt derzeit noch keine Evidenz, dass der HPV-Abstrich sinnvoll ist mit Blick auf die Reduktion von Gebärmutterhalskrebs. Wenn überhaupt, ist er für Frauen ab ca. 30 Jahren sinnvoll.

HPV

Dünnschicht-Zytologie (ThinPrep)

Das ist eine Spezialmethode, um die vom Gebärmutterhals abgenommen Zellen besser sichtbar zu machen für die Beurteilung im Labor. Zellen und Vaginalschleim, die für die Abstrichbeurteilung unwichtig sind, werden ausgewaschen und dadurch kann der Abstrich vom Laborarzt beurteilt werden. http://www.frauenaerzte-im-netz.de/aerzte/arzt_135_10.html

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Hormonspiegel

In den Wechseljahren produzieren die Eierstöcke weniger Hormone, parallel dazu steigert sich die Produktion der Hormone, die vom Gehirn aus die Eierstöcke antreiben. Frauen merken das, weil die Blutungen unregelmäßiger werden oder ausbleiben, einige haben zusätzlich typische Symptome wie Hitzewallungen. Die Hormonänderungen lassen sich messen. Das hat aber keinerlei Konsequenz, da die Entscheidung für oder gegen eine Hormonbehandlung und auch für die Dosierung nur vom subjektiven Beschwerdebild und nicht von der gemessenen Hormonmenge abhängt.
Also hier eine eher nicht sinnvolle IGeL-Leistung.

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Osteoporose-Screening

Osteoporose bezeichnet eine Entkalkung der Knochen, die zu einer höheren Brüchigkeit führen kann und vor allem bei älteren Frauen auftritt. Frauen in den Wechseljahren werden verschiedene Methoden angeboten, um herauszufinden, ob ihnen eine Osteoporose droht: spezielle Röntgenuntersuchung, Ultraschall (Fersenbein, Speiche) und spezielle Laboruntersuchungen. Damit verbindet sich die Hoffnung, dass bei einer Früherkennung eine Prophylaxe möglich sei. Der Dachverband Osteologie (DVO), in dem sich alle medizinischen Fachgruppen rund um Knochenerkrankungen zusammengeschlossen haben, hat allerdings in einer auf höchster Evidenzstufe ausgearbeiteten aktuellen Leitlinie zu diesem Thema klar geurteilt: „Es stehen derzeit keine Techniken oder Instrumente zur Verfügung, die den Anforderungen an einen Screeningtest gerecht werden.”

Das bedeutet eine negative Bewertung aller derzeitigen Früherkennungsangebote für Osteoporose! Die DVO empfiehlt stattdessen, dass alle Frauen sich „knochengesund” verhalten sollten (Ernährung, Bewegung). Spezielle Untersuchungen sollten nach einer individuellen Risikoabschätzung eingesetzt werden, die hier nicht im Einzelnen ausgeführt werden kann – und sind dann auch Kassenleistung.

Osteoporose

Mammografie-Screening

Seit dem 1.1.2004 ist beschlossen, dass ein Mammografie-Screening bundesweit eingeführt wird für alle Frauen zwischen 50 und 69, mit einem zweijährigen Einladungsrhythmus zur Untersuchung in speziellen Zentren. Bis zur Umsetzung und auch für Frauen außerhalb dieser Altersspanne wird die Mammografie als IGeL angeboten. Über die Kasse darf derzeit Mammografie nur abgerechnet werden bei familiärer Belastung oder bei Verdacht auf Brustkrebs. Die Hoffnung, dass eine Frau durch regelmäßiges Röntgen der Brust die Gefahr für sich senken kann, an Brustkrebs zu sterben, ist allerdings leider eher gering.

Studien haben erwiesen, dass von 1000 Frauen in einem Zeitraum von zehn Jahren sechs an Brustkrebs sterben, wenn sie alle zwei Jahre die Brust röntgen lassen – gegenüber acht Todesfällen ohne Röntgen. Eventuell können Frauen sogar Schaden erleiden, denn häufig werden Verdachtsfälle mitgeteilt, die sich in weiteren Untersuchungen doch als harmlos erweisen, oder es werden Krebsvorstufen entdeckt, die wahrscheinlich nie lebensbedrohlich geworden wären, die aber die Frau dann als krebskrank definieren, mit allen Folgen. Ob eine Frau regelmäßig zur Mammografie geht, ist – unabhängig von den Kosten – also eine sehr individuelle Entscheidung.

Mammografie

Haarausfall – Hormonelle Abklärung

Das Haarwachstum hat mit den weiblichen Hormonen zu tun – gut erkennbar bei Phasen der hormonellen Umstellung wie Schwangerschaft und Stillzeit, in denen es zunächst zu dichterem Haarwuchs und dann oft zum Haarausfall kommt. Ebenfalls kann eine Erhöhung der männlichen Hormone (=Androgene) zum Haarausfall führen. Bei mäßigem Haarausfall ist die Laboruntersuchung keine Kassenleistung, da dünnes Haar als kosmetisches Problem und nicht als Erkrankung gewertet wird, die Untersuchung also nicht „notwendig” ist. Dazu kommt, dass eine eventuelle Hormonbehandlung (mit Antiandrogenen) meist nicht sehr effektiv ist, da der Haarausfall von vielen Faktoren abhängt und (gerade in den Wechseljahren) meist genetisch festgelegt ist.


Haarausfall

Tumormarker

Eine Blutuntersuchung auf sogenannte „Tumormarker” eignet sich nicht zur Früherkennung von bösartigen Erkrankungen. Nach bestimmten Krebserkrankungen (z. B. Eierstockskrebs) kann die Kontrolle der Marker sinnvoll sein – aber dann ist es eine Kassenleistung.


Diese Erklärungen sollten Sie nicht verunsichern, sondern Ihnen klar machen, dass die Medizin nicht schwarz-weiß und die Entscheidung für eine IGeL-Untersuchung Ihre persönliche Wahl nach entsprechender Beratung ist.

Sie sollten folgende Fragen für sich klären:

  • Warum ist das keine Kassenleistung?
  • Was habe ich konkret davon?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich, falls ein auffälliger Befund erhoben wird?

Wenn Sie unsicher sind – schlagen Sie das Angebot zunächst aus und informieren Sie sich andernorts. Es besteht kein Zeitdruck! Die „notwendigen” Untersuchungen und Behandlungen zahlt die gesetzliche Krankenversicherung in vollem Umfang.

Die in unserer Praxis angebotenen IGeL-Leistungen halte ich nach meinem persönlichen Ermessen im Rahmen meines heutigen medizinischen Wissensstandes für sinnvoll und biete Sie Ihnen daher an. Selbstverständlich überprüfe ich in regelmäßigen Abständen die medizinische Sinnhaftigkeit der IGeL-Leistungen unter dem Aspekt der EbM (Evidence based Medicine).

Tumormarker